Heil

Unheil

Hintergrund
In den Sammlungen des Landkreises Ravensburg und des Bauernhausmuseums Wolfegg finden sich zahlreiche religiöse Objekte und Bilder, die uns heute fremd anmuten oder deren Bedeutung wir nicht mehr kennen. Der bäuerlichen Bevölkerung waren diese heiligen Gegenstände über Jahrhunderte hinweg alltäglich und vertraut. Zu den Bildern der Heiligen, die im religiösen Leben Oberschwabens eine so bedeutende Rolle spielten, flehte man in Krankheit und Not um Heilung und Rettung. Ihre sterblichen Überreste, die Reliquien waren Gegenstand tiefer Verehrung und Ziel tausender Wallfahrer. Religiöse Objekte dienten zur häuslichen Andacht, wurden aber auch in magisch anmutenden Praktiken zur Abwehr von Unheil benutzt, oder als Schluckbildchen und Schabmadonnen zur Heilung von Krankheiten eingesetzt. Unsere Ausstellung zeigt vom Katakombenheiligen bis zum Schutzamulett zahlreiche Objekte, die dem Besucher die Vielfalt und Lebendigkeit dieser religiösen Glaubenswelt nahe bringen.

PROJEKT
Gestaltung eines visuellen Erscheinungsbildes für die Sonderausstellung im Bauernhausmuseum Wolfegg, mit dem Titel: HeilUnheil, Bäuerliche Glaubenswelten in Oberschwaben.

Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit unseren befreundeten Kommunikationsdesignern Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. und Mike Hofmaier.
AUFGABE
Die Sonderausstellung ‚heilunheil‘ dokumentiert anhand religiöser Kunstgegenstände wie Amulette, Heiligenbilder und Statuen die oberschwäbische Glaubenswelt der vergangenen drei Jahrhunderte. Dem Besucher soll die persönliche Glaubensausübung von damals bis heute erlebbar und begreifbar gemacht werden. Der persönliche Wert der religiösen Gegenstände für die ländliche Bevölkerung soll verdeutlicht werden.

IDEE
Den detaillierten, individuellen und expressiven Ausstellungsobjekten wird zunächst ein neutraler Raum geboten, in welchem sie ihre Wirkung entfalten können. Eingeteilt wird dieser in 5 Themenbereiche, die jeweils von einer repräsentativen schwarz-weiß Abbildung eingeleitet werden. Lediglich der goldene Schein macht das Motiv zu etwas Heiligem. Die Schriftmarke ‚heilunheil‘ verdeutlicht wie nahe Heil und Unheil im Volksglauben beieinander liegen.

UMSETZUNG
Die Ausstellungselemente sind außen in Cremeweiß gestrichen, während die Exponate vor dunkelgrauen Vitrinenhintergründen präsentiert werden. Vergoldete Innenräume und Heiligengemälde in Lebensgröße, auf Stoffbannern gedruckt, bieten ein unmittelbares Erlebnis mit dem Volksglauben. Hintergrundinformationen und interessante Details werden durch hierarchisch angeordnete Textebenen und minimalistische Informationsgrafiken vermittelt.